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Im Großschadensfall vom Unternehmer zum Bittsteller. Wie Sie gegen die dunkle Seite der Macht gewinnen, ohne zu siegen!

Hand aufs Herz: Haben Sie bereits Erfahrungen gesammelt bezüglich der Abwicklung eines Großschadensereignisses? Im besten Falle nicht, und ich hoffe für Sie, dass Ihnen das auch in Zukunft erspart bleibt. Klar, diejenigen, denen das widerfahren ist, sind deutlich in der Minderheit, und zum Glück ist der schlimmste anzunehmende Fall eher die Ausnahme als die Regel. Und nicht zuletzt sind wir alle Meister im Verdrängen. Das ist auch gut so, denn wer denkt schon jeden Morgen vor dem Aufstehen an Katastrophen oder während der täglichen Autofahrt ins Büro an Verkehrsunfälle?

Menschlich, allzu menschlich!

Unser Verhalten ist allzu menschlich und doch zugleich paradox bzw. widersprüchlich, denn einerseits wird es von unserem Verdrängungsmechanismus bestimmt, andererseits neigen wir zur Panikmache bei drohenden Pandemien. Erfahren Sie hierzu mehr und holen Sie sich wertvolle Inspirationen in unserem Blogbeitrag „Corona-Virus! Wie verwundbar sind Unternehmen? Keine Zeit für Umsatz-Killer!“. 

Außerhalb des Radars der Medien

In Deutschland ereignen sich jeden Tag neue, für die Betroffenen häufig existenziell bedrohliche Großschadensfälle. Machen Sie doch einfach einmal einen Tracking-Test über Google Alerts. Aus der geradezu unglaublichen Masse der täglich anfallenden Informationen schafft es nur ein verschwindend geringer Teil in die mediale Berichterstattung und somit die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen. Meistens verlaufen Großschadensfälle außerhalb des Radars der Medien bzw. finden in unserer Wahrnehmung überhaupt nicht oder nur selten statt.

Erwartungshaltung vs. Realität

Jeder Versicherungsnehmer hat die Erwartungshaltung, dass er mit seinen gezahlten Prämien ein Rundum-sorglos-Paket für den Fall eines Schadenseintritts gekauft hat. Den Versicherer betrachtet er als seinen Freund und Helfer, der unterstützend an seiner Seite steht. Ferner geht er davon aus, dass eine unkomplizierte, schnelle und kundenfreundliche Regulierung des Schadensfalls Standard ist. Das hat nichts mit Naivität zu tun, sondern ist mit Unwissenheit zu erklären. Meine Erfahrungen als Brancheninsider weichen ganz erheblich von diesen Vorstellungen ab, denn das genaue Gegenteil ist der Normalfall!

Willkommen im Leben: die Praxis restriktiver Schadensregulierung

In Zeiten von Kostendruck, Compliance, Fachkräftemangel und Niedrigzinsen werden die Beraterkolonnen von McKinsey & Co. in die Bürotürme der Versicherungskonzerne quer durch die Republik geschickt. Das Ergebnis ist ein zunehmender Einfluss auf die Schadensregulierung. Für versicherte Unternehmen ergibt sich im Schadensfall eine entsprechende Wirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung mit fatalen Folgen, die bis hin zur Bestandsgefährdung führen kann.

Mit dem Rücken an der Wand

Das geht mittlerweile so weit, dass vertraglich vereinbarte Leistungen abgelehnt oder nicht vollständig erbracht werden. Ein verzögertes Vorgehen kommt als taktisches Mittel bereits systematisch zum Einsatz. Erfahren Sie mehr zum Thema EXIT-Prüfschema: https://nellen.biz/assekuranz/schaden-intelligenz/

Time is money!

Die nicht selten brenzlige Lage des wirtschaftlich Schwächeren wird von den Versicherern zunehmend ausgenutzt: Die betroffene Unternehmensleitung steht unter massivem Zeitdruck, gilt es doch, mit hoher Geschwindigkeit die Kunden weiterhin mit Dienstleistungen und Produkten zu versorgen. Time is money! Nicht selten knicken Führungskräfte aufgrund des hohen wirtschaftlichen Drucks ein, werden zum Bittsteller und nehmen nach zähen Verhandlungen mit ihrem Versicherer für sie nachteilige Vergleichsangebote an.

Beiß nicht die Hand, die dich füttert. Ein Schaden muss wachsen

Angenommen, Ihr Steuerberater wird durch das Finanzamt bezahlt: Für wen wirken sich die Steuerzahlungen dann positiv aus? Logisch, dass Ihre Interessen bei dieser Konstellation nicht optimal bzw. für Sie nachteilig vertreten werden. Nicht anders ist es bei Großschäden: Die Versicherung benennt einen bestimmten Sachverständigen, kennt man sich doch bereits seit Jahren und pflegt eine dauerhafte Geschäftsbeziehung. Die Problematik des wirtschaftlichen Interessenkonflikts dieses geschlossenen Systems spitzt sich durch die allgemein übliche Vergütung des Sachverständigen auf Stundenbasis noch zu. Nicht umsonst heißt es bei Insidern: „Ein Schaden muss wachsen.“

Gewinnen, ohne zu siegen!

Solche Aussagen legen den Verdacht der Pauschalisierung und Polarisierung nahe. Sicherlich gibt es nicht nur Rot und Gelb, sondern auch Grün. Ein Anlass zur Hoffnung auf Besserung besteht darin, dass dem zum Teil fehlenden Fachwissen in den Schadensabteilungen mit einer proaktiven Schadenssteuerung durch unabhängige Schadensmanager begegnet wird, die zügig eindeutige Fakten zur Schadensfeststellung liefern und somit gerichtsfeste Tatsachen schaffen.

Agieren statt reagieren

Der Schadensregulierungsprozess wird in aller Regel vom Versicherungsunternehmen gesteuert. Sicherlich ist es seine Pflicht – nicht zuletzt auch im Sinne der Versichertengemeinschaft –, die Schadenshöhe zu prüfen. Unabhängig davon liegt es in seinem Interesse, die Aufwendungen niedrig zu halten, um die eigene Bilanz so wenig wie möglich zu belasten. Verlassen Sie sich also nicht auf den Versicherer, denn dann sind Sie verlassen! Steuern Sie selber aktiv das Geschehen, soweit es in Ihrer Macht steht. Sie bestimmen, wer in Ihrem Schadensteam für Sie als Teamplayer in den Ring steigt! Über die Position Schadensfeststellungskosten oder Reparaturkosten sind Sie sogar größtenteils versichert.

Entwickeln Sie Schadensintelligenz, bevor ein Schaden entsteht

Ist es Zeit, sich Sorgen zu machen? Nein!
Ist es Zeit, sich als Unternehmer vor dem Eintritt des „Worst Case“ über einen Plan B Gedanken zu machen? Ja, das auf jeden Fall!

Wichtig ist zu wissen, welche weiteren Punkte in hohem Maße Einfluss auf die Schadensregulierung nehmen, welche Gegenmaßnahmen Sie weniger rezessionsanfällig machen und welche Mängel in den Versicherungsbedingungen zu einer fehlerhaften Auslegung führen und wie diese zu vermeiden sind.

Denken Sie darüber nach und passen Sie Ihre Strategie schon jetzt (!) an. Wenn der Schadensfall eingetreten ist, bringt es nichts mehr, dann ist es schlicht und ergreifend zu spät! Wer meine Einschätzung erhalten möchte und Interesse an weiterem Insiderwissen hat, schreibt mir bitte eine kurze E-Mail an: d.nellen@nellen.biz (Stichwort: Schadensintelligenz).

Jeder, der gerne tiefer einsteigen möchte in die Themenstellung, wie diese und andere Aspekte zu behandeln sind, kann durch unser Schadensaudit mit Notfallplan und Kommunikationsstrategie wie auch im Management von Klein-, Frequenz- sowie Großschäden unterstützt werden. Unser Team aus unabhängigen Experten und Kooperationspartnern vertritt Sie und Ihre Interessen, damit Sie zu Ihrem Recht kommen.

Ich wünsche Ihnen eine tolle Arbeitswoche.

Herzliche Grüße

Ihr
Daniel Nellen

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Tatsächlich geht Ihre Rechnung so nicht auf. Denn bei der Bewertung des Brandes als Versicherungsfall kommt es auch darauf an, in welchem Zustand sich Ihre Brandschutzmaßnahmen zum Zeitpunkt des Schadenseintritts befanden. Und genau das ist der springende Punkt: In den seltensten Fällen werden diese als zufriedenstellend angesehen. Es gilt erfahrungsgemäß die Formel:

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